In Irland erzählen sogar die Steine Geschichten …

… und wie befragt man Steine?

Seit Ende 2017 ist das Postamt von Doohoma geschlossen. Das ist traurig für die Seedbank of Love & Stories, denn damit hat sie dort leider keinen Platz mehr. Ich denke an Doris, Ann und Joseph, die in Doohoma für das Projekt gesorgt haben und bin ihnen sehr dankbar für Ihre Zeit und Energie. Gleichzeitig arbeite ich daran, die Seedbank of Love & Stories nach München zu holen. Das heißt, ich verusche herauszubekommen, wie aus dem ortsgebunden ein frei reisendes Projekt werden kann. Und dabei frage ich mich:

  • Wie können die „Geschichten“ auch unabhängig von Sprache funktionieren?
  • Wie kann es noch intuitiver werden, seine „Geschichte“ zu tauschen?
  • Und wie können wir Irland als Entstehungsort der Seedbank mit auf die Reise nehmen?


In Irland erzählen sogar die Steine Geschichten …

… so der Slogan auf einer Irland-Webseite. Als ich es lese, denke ich „Cool, wir nehmen Steine mit ins Projekt. Jede Geschichte bekommt einen Stein. Und mit einem Stein an ihrer Seite kann eine ‚Geschichte‘ auch noch einfacher als bisher schon sein. Ein Wort. Ein Zeichen. Sprache ist nicht mehr so wichtig. Und wenn ich die ersten Steine direkt aus Irland mitnehme, ist auch der Ort schon ganz automatisch mit dabei – und für das Gleichgewicht kann ich für die irischen Steine ja Steine aus München zum Tausch anbieten.“ Soweit meine Gedanken – und ich merke, ich hab große Lust, Steine zu sammeln, in meiner Hand zu halten – und zu tauschen. Und ich beginne, in München Steine zu sammeln.

Aber dann ….

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Doohomas Geschichten – ein Beitrag bei Radio Bremen

Im Mai 2017 besucht Kerstin Burlage, Radioredakteurin bei Radio Bremen, die „Seedbank of Love & Stories“.
Sie spricht mit Ann und Doris und tauscht eine Geschichte – und machte daraus einen Radiobeitrag, der dann am 2. Juli 2017 um 11:05 Uhr im Nordwestradio (jetzt Bremen 2) in der Themenreihe „Rituale“ gesendet wird!

Mit freundlicher Genehmigung von Radio Bremen dürfen wir hier den Beitrag öffentlich machen – vielen Dank dafür.

 

Wer auf dem Landweg nach Doohoma kommt, fährt eine ganze Weile lang durchs Nirgendwo: grün-bräunliche Moorlandschaft, sanfte Hügel, hier und da duckt sich Gebüsch unter den Windböen, die immer da sind. Auch wenn man es gerade nicht sieht – die Nähe des Meeres kann man spüren. Wäre ich vor hundert Jahren nach Doohoma gekommen, dann nicht über die Straße, weil es noch keine gab: Das Dörfchen am äußersten Zipfel der Halbinsel Doohoma Head wurde vom Wasser aus besiedelt – wie viele Orte in dieser Gegend. Zwischen ihnen gab es früher regen Handel per Boot – mit Walfleisch, Fisch, Torf. Heute stehen hier noch einige Dutzend Häuser, eine katholischen Kirche, zwei Pubs….

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